Zum Start ins Wochenende mache ich mich heute Nachmittag auf den Weg in die Innenstadt. Mein Ziel ist die Galerie Biesenbach in der St. Apern Straße in Köln. Hier läuft noch bis zum 09.03.2019 die Ausstellung „ADULTS ONLY“. Ich bin sehr gespannt und zugegebenermaßen auch etwas nervös, was mich wohl erwartet. Vorsichtshalber nähere ich mich der Galerie erstmal von der anderen Straßenseite aus. In der Galerie unterhält sich gerade ein Besucher vermutlich mit dem Galeristen. Woher kommt eigentlich diese Hemmschwelle, eine Galerie zu betreten? Hier und heute kommt ja jetzt auch noch das „heiße Thema“ dazu. Doch ich will es wissen, so überquere ich mutig die Straße und betrete etwas schüchtern -bin ich doch sonst nicht!- die Galerie. Na also, alles gut – ich bin drin! Der Galerist läßt mich nach der Begrüßung und seinem Heinweis, dass ich mich bei Fragen gerne an ihn wenden kann, alleine und in Ruhe die ausgestellten Kunstwerke betrachten. Es handelt sich um eine Gruppenausstellung von 10 internationalen zeitgenössischen Künstlern, die Bilder, Zeichnungen, Collagen, Installationen und Skulpturen von Erotik bis Pornographie zeigen. Direkt beim Betreten der Galerie fällt einem das großformatige Ölpastell-Gemälde des niederländischen Malers Jans Muskee „playing records“ ins Auge, das dem Besucher viel Raum und Fantasie für Interpretationen lässt. Die pornographische Kunst ist nicht mein Geschmack, so z.B. die Serie „Cumfaces“ des britischen Pornographen und Filmemachers Stuart Sandford, der in dieser Serie die Gesichter, und nur die Gesichter, junger Männer beim selbst herbeigeführten Höhepunkt zeigt. Dahingegen sprechen mich die zarten sexuellen Aquarelle der Künstlerin Rebecca Bournigault sehr an. Wie ich dem sehr ausführlichen zweiseitigen Informationsblatt entnehme, hat sie Frauen aus pornographischen Filmen herausgelöst und portraitiert. Sie möchte mit ihren Aquarellen zum Nachdenken über die Ausbeutung des weiblichen Körpers anregen. Sehr interessant, insbesondere auch hinsichtlich der Technik (Projekt „STOFF, HAUT, BLICK“) finde ich die Werke des Kölner Künsters Roland Schappert. Seine Fotos von 1998 (Motive aus Pornomagazinen – aufgrund starken Zooms nur noch Ausschnitte zu sehen) wurden für die Ausstellung digitalisiert und als Drucke auf AluDibond erstellt. Es ist ratsam, sich gleich beim Beginn des Ausstellung-Besuchs, das bereit liegende Informationsblatt zur Hand zu nehmen, da an den Kunstwerken keine Namen stehen. Die Skulpturen der deutschen Künstlerin Beate Höing sind eine Mischtechnik aus Porzellan und Ton, aus denen nackte Nymphen-Figuren aus Porzellan herausragen. Das waren nur einige Eindrücke, es gibt darüber hinaus noch sehr vieles zu entdecken. Die weiteren Künstler sind: Tom Bianchi, Bob Carlos Clarke, Julien Comte-Gaz, Vivianne Gernaert, Matt Lambert. Eine wirklich interessante, mutige und brisante Ausstellung.
Tipp: Die Ausstellung kann man sich z.B. auch am Sonntag, den 27.01.2019, bei einem Rundgang im Rahmen der offenen Galerien der Kölner Innenstadt-Galerien anschauen – von 11-16 Uhr.